Springe direkt zu: Textanfang Hauptmenü Suche Weitere Informationen Metanavigation

Hauptmenü

rosalux.de


Diskussion / Vortrag
Mit Hannes Heer, 1980 bis 1985 Dramaturg und Regisseur am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 1993 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung. Lebt als Historiker, Publizist und Ausstellungsmacher in Hamburg.
Montag, 21.03.2016 | 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr

polittbüro, Hamburg
Steindamm 45
20099 Hamburg

Karte

Die andere Geschichte der Bundesrepublik: Die großen Geschichtsskandale als Aufklärung und Aneignung der deutschen Schuld

1. Vortrag: „Nacht und Nebel“ Die Mörder sind unter uns oder der Film, mit dem alles anfing (1945-1956)

Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27.1.1945

Der Griff Nazideutschlands zur Weltmacht endete mit der totalen Niederlage und der Bilanz von 40 Millionen unschuldig Getöteter. Diese Schuld wurde von den meisten Deutschen nie akzeptiert, sondern einer Bande von Kriminellen zugewiesen: „Hitler war’s“. In der BRD hat sich diese Wahrheit nur in Form ununterbrochener Tabubrüche durchgesetzt. Sechs Fälle aus dieser 60 jährigen Skandalgeschichte werden in der Vortragsreihe porträtiert.

“Nacht und Nebel” - Das halbstündige Dokumentarstück war der erste Film über das KZ Auschwitz. Der französische Regisseur Alain Resnais hatte die Reste 1955 vor Ort in Farbe gedreht und die Schwarz-Weiß-Dokumente aus Archiven eingefügt. Aus diesem Material rekonstruierte er den Planeten Auschwitz mit seinen individuellen Toden und dem Massenmord im Gas, die Filiale von Krupp, Siemens, IG Farben zur industriellen Verwertung der Häftlinge und die Leichengebirge mit den letzten Sterbenden bei der Befreiung. Am Ende der Reise und zurück in der Gegenwart blieb eine Frage: „Ich bin nicht schuld, sagt der Kapo. Ich bin nicht schuld, sagt der Offizier. Ich bin nicht schuld. Wer also ist schuld?“ Der Film gab keine Antwort, weil 1945 alle die Antwort wussten und schwiegen. Aber 10 Jahre später erinnerte Resnais daran, dass die BRD aus dem Schweigen eine lautstarke Rehabilitierung und Amnestierung der Nazi-Eliten gemacht hatte. Weil Nacht und Nebel dieses Konstrukt radikal in Frage stellte, ließ die Bundesregierung den für die Festspiele in Cannes nominierten Film der „deutsch-französischen Aussöhnung“ zuliebe im April 1956 aus dem Programm streichen. Aber anders als früher gab es diesmal einen internationalen Skandal, Proteste in Westdeutschland und die Aufführung des Films bei der Berlinale. Die Regierung ging in die Vorwärtsverteidigung: Der Film konnte ab Januar 1957 nur für nichtkommerzielle Zwecke von Vereinen, Institutionen und Schulen angefordert werden. Trotz dieser Zensur wurde Nacht und Nebel ein „Wendepunkt“ der Erinnerungspolitik und für 17/18jährige Jugendliche „zur ersten Konfrontation mit den Verbrechen“ des Dritten Reiches (Habbo Knoch).

Kontakt

Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg e.V.
Alstertor 20
20095 Hamburg

Telefon: 040 28003705
Fax: 040 28003678
E-Mail: info@rls-hamburg.de

Termindownload

Download im iCal-Format

Kosten

15 Euro / ermäßigt 10  Euro

Besonderheiten

In Kooperation mit dem polittbüro | Unterstützt von der DPG (Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft) | Weitere Termine am 18.4. / 20.6. / 19.9. / 17.10. / 21.11. 2016

Link

www.polittbuero.de/


Schriftgröße


Suche


Weitere Informationen